Bibliothekenzentrum Bozen
Das Bibliothekenzentrum Bozen wird die Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“, die italienische Landesbibliothek „Claudia Augusta“ und die Stadtbibliothek Bozen „Cesare Battisti“ unter einem Dach vereinen. Auf rund 15.000 Quadratmetern in fünf oberirdischen und zwei unterirdischen Geschossen wird es Platz für rund zwei Millionen Bücher und Medien geben. Etwa 500.000 Einheiten sind frei zugänglich, in den zwei unterirdischen Geschossen werden rund 1,5 Millionen Einheiten in geschlossenen Magazinen aufbewahrt. Rund 1.300 Quadratmeter sind zur Unterbringung von Historischen Beständen vorgesehen.
Im Jahr 2003 wurde ein europaweiter Ideenwettbewerb ausgeschrieben, den der Bozner Architekt Christoph Mayr Fingerle in einer zweiten Phase für sich entscheiden konnte. Als Haus der Medien für alle Sprachgruppen und Generationen blickt das Bibliothekenzentrum mit seinem vielfältigen Angebot an traditionellen und digitalen Medien und Diensten einerseits in die mediale Zukunft, vergisst aber andererseits auch die eigenen Wurzeln nicht und bewahrt das kulturelle Erbe in Form des lokalen Schrifttums für die nachfolgenden Generationen auf.
„Das Bibliothekszentrum ist als offener und niedrigschwelliger Kultur- und Kommunikationsort konzipiert“. Allen soll die Teilhabe an der Gemeinschaft ermöglicht werden. Das Bibliothekszentrum wird „zum so oft zitierten „Dritten Ort“ mit hoher Aufenthaltsqualität, in dem alle Platz und ein für sie passendes Angebot finden.“
Mit ausgedehnten Öffnungszeiten von 72 Stunden an sechs Tagen pro Woche und einer Reihe von Veranstaltungs- und Lernräumen wird das Bibliothekenzentrum ein kultureller Bezugspunkt in der Stadt Bozen und darüber hinaus für das ganze Land. Erwartet werden 400.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr. Das sind umgerechnet rund 1.300 Besucher pro Tag. Bei einer Aufenthaltsdauer von durchschnittlich zwei Stunden halten sich im Schnitt 2.600 Personen im Haus auf.
Als Zentrale für landesweite bibliothekarische Dienste wie die digitalen Bibliotheken Biblio24 und Biblioweb oder den Südtiroler Leihverkehr, als Impulsgeber und Motor für neue Entwicklungen im Bibliotheksbereich sowie in seiner Rolle als Medienzentrum wird das Bibliothekenzentrum zum Herzstück der Südtiroler Medien- und Bibliothekslandschaft.
„Hier treffen sich auch deutsches und italienisches Bibliothekswesen […].“ In diesem Sinne ist das Bibliothekszentrum Ausdruck des Grundgedankens der Autonomie eines friedlichen Zusammenlebens der Bevölkerung. Folgerichtig wurde deshalb 2022 das so genannte Autonomie-Zentrum integriert, ein Ausstellungs- und Erlebnisparcour zur Südtiroler Autonomie.
Der Baubeginn wurde immer wieder verzögert, soll nun aber definitiv 2025 erfolgen.
Hier finden Sie weitere Informationen:
- Abteilung Hochbau
- Verena Pernthaler: Bibliothekenzentrum Bozen – Ein kulturpolitischer Meilenstein für Südtirol. Referat beim 106. Deutschen Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main
- Johannes Andresen: Landesbibliotheken und Stadtbibliothek unter einem neuen Dach. In: Buch und Bibliothek Nr. 6/2014, S. 315 – 319